Das kommt in den besten Familien vor…

von | Allgemein, Familie

Hast du´s mitbekommen? 

“Sensation! 1. Schwul-Outing bei den britischen Royals.”

Als ich irgendwann im September in der Zeitung über diese Überschrift stolperte, fand ich die zwar ziemlich blöd formuliert, aber ihre Wirkung hat sie nicht verfehlt: Ich bin neugierig geworden und hab ein wenig recherchiert.

 

Eine royale Geschichte

Lord Ivar Mountbatten, ein Cousin der Queen, hat sich als erster Royal gegenüber der Öffentlichkeit zu seiner Homosexualität und gleichzeitig zu seinem neuen Partner bekannt. Nach 17 Jahren Ehe und der Scheidung von seiner Frau Penny in 2011, mit der er drei Töchter im Alter von 20,18 und 12 hat, lebt er nun mit seinem neuen Partner zusammen. 

Der wiederum begleitet die Ex-Frau seines Geliebten schon mal zum Yoga oder sie gehen zu dritt mit ihren Hunden Gassi. Weihnachten und auch mal ein Urlaub werden gerne gemeinsam mit den Kindern verbracht. So sieht Patchwork im 21. Jahrhundert aus. Schön, wenn es so funktioniert. Selbstverständlich ist es nicht.

Und in mir taucht der Wunsch auf, mehr zu erfahren. Vor allem mehr über sie. Die Frau, die Ex-Frau. Wie hat sie die vergangenen Jahre erlebt? Was würde sie erzählen, hätte man sie anstelle ihres Exmannes interviewt? Über sich selbst, ihre Ehe, ihr jetziges Leben, ihre Hoffnungen und Ziele? Was hat ihr geholfen, mit der neuen Situation so umzugehen wie sie es tut?

Im entsprechenden Artikel der Dailymail vom 17. September kann ich lesen, dass sie über die Bisexualität ihres Mannes vor ihrer Heirat informiert war, aber wohl gehofft hat, diese würde im Laufe ihrer Ehe keine Rolle mehr spielen.

Lord Mountbatten über seine geschiedene Frau: „Letztendlich fühlte sich Penny nicht hinreichend geliebt, und sie wollte mehr von einem Ehemann als sie von mir bekommen konnte. In Anbetracht meiner Sexualität war ich ziemlich überrascht, dass sie mich überhaupt geheiratet hat. Es war mutig. Möglicherweise dachte sie, sie könnte mich ändern, aber am Ende hat sie erkannt dass dem nicht so ist.“

Und weiter:

“Ich habe mit meiner Sexualität gekämpft und tue es irgendwie noch immer. Es war eine echte Reise bis hierher.” (Lord Ivar Mountbatten)

 

Eine reale Geschichte

Doch kämpfen tun nicht nur die Männer bis sie oft erst in ihren Vierzigern oder Fünfzigern, manchmal noch später zu sich und ihrer sexuellen Orientierung stehen können. Kämpfen müssen auch ihre Partnerinnen. Und das an mehreren Fronten gleichzeitig:

  • Mit der so harten Wahrheit, die auch den Kindern verständlich gemacht werden will.
  • Mit den zermürbenden Fragen im eigenen Innern und dem Unverständnis von außen.
  • Mit der eigenen mehr oder weniger verschmähten Sexualität und Weiblichkeit.
  • Mit der Angst vor der Zukunft und den Zweifeln, ob auch für sie irgendwann „wieder alles gut werden wird“

Ja, auch für uns Frauen ist es eine lange und beschwerliche Reise. Ein Reise zwischen Hoffen und Bangen und im glücklichsten Fall eine Reise zu uns selbst und in ein Leben, das ganz uns gehört.

 

Meine Geschichte

Wenn eine eine Reise tut, so kann sie was erzählen…

Ich hab beschlossen, die Geschichte meiner Reise zum Thema zu machen. Hier auf meiner Website, auf meinem Blog, in meinen Coachings, vielleicht sogar in einem Buch, das so langsam in meinem Kopf Gestalt annimmt, und überall da, wo man sie sonst hören will.

Ich hab beschlossen, mich mit meiner Geschichte sichtbar zu machen. Für Frauen, die eine ähnliche haben und für ihre Familien – als Ermutigung und Stärkung.

Ich habe beschlossen anzuerkennen, dass es diesen Teil meiner Geschichte ohne die Geschichte meines Ex-Mannes gar nicht gäbe. Meine Geschichte lässt sich nicht erzählen ohne die seine. Zumindest nicht so.

Und ich habe beschlossen zu akzeptieren, dass wir an einigen Stellen eine unterschiedliche Lesart haben, denn:

Jeder hat seine eigene Wahrheit. Und die kann immer nur ein Teil der ganzen Wahrheit sein. (dakara)

Meine Geschichte bis heute ist nicht zuletzt auch von der Art und Weise geprägt, wie ich mit der seinen umgegangen bin. Aber sie geht weit darüber hinaus. Und sie ist noch lange nicht zu Ende.

Übrigens, es ist eine Geschichte, die nicht einmal so selten ist. Es sind mehr Familienväter schwul als man vielleicht denkt. Es sind mehr Frauen und Kinder mitbetroffen als man vielleicht glaubt. Und: Es kann immer noch vieles gut, ja sogar besser werden als man in den dunklen Momenten vielleicht je zu hoffen gewagt hat.

Und wie man sieht:

Das kommt in den besten Familien vor. :0)

Hier nun 27 Jahre Beziehungsgeschichte in knapp 20 Minuten. So was gibt´s nur im TV. :0)

Wer noch mehr über die “royale Variante” (Geschichte von Lord Ivar Mountbatton) lesen will, findet hier einen ausführlichen Artikel. Allerdings in Englisch.

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